Category Archives: Surrounding

Transient Town

Sometimes it takes a while to see.

If you are in the middle of something, you’re focused on the immediate, the things happening, the ever evolving and changing. To see the patterns while unfolding is a difficult one. It needs distance. Timewise or geographically, but mainly inner. For months I didn’t want to write, or rather, it didn’t occur me even to sit down and write. Too many other projects, work, people were surrounding me. And there was a major disappointment in me, which I didn’t want to give space, but which was always present and shaping my perception.

Kabul is not a city to stay. I can just speak about this particular and peculiar place in Afghanistan, as it is here where most of my experience and interaction has centred (another reason for being depressed as of not being able in my current setting to go out and explore beyond the capital). Expats come and go, put the ‘experience’ on their resume, they leave without leaving an institutional memory behind to others. No lessons learned from one generation of expats to the others. Just desperation of not knowing what to do, gets handed over. And if they do come back, the city is just the backdrop for their sheltered bubble-life in which they live. I don’t blame them solely, it is a structural issue of security and insurance companies telling you where you can go and where you can’t, companies giving you a life behind high walls and organizations kicking you out if you don’t follow the strict rules of when to be back –and how to get back- into your compound. There are the exceptions, the freelance journalists, the rare couchsurfers, the people with dual citizenship and the ones that came for idealistically building something else. But they are the rare exception.

And the phenomenon of the transient is not only bound to the expats that describe themselves romantically as the new generation of nomads, it can also be found in the dreams of many Afghans. Most young and middle aged people try to leave the country. And thereby I don’t mean for travel or business, I mean for good. The US offers special immigration visas for Afghan Nationals who have worked for / on behalf of the US Government. All you have to proof is that you’re being persecuted against in your home country and that it would be dangerous for you to stay.

‘But what happens, if everyone leaves?’ My work colleague asked me the other day. ‘Who is left and who will build up a sort of civil society?’

In fact, I rarely encounter people who want to stay in the coming years, if the situation doesn’t improve magically. The passport office that issues the new Afghan passports has long lines in front of it. Some young boys ask Adnan in the shops, whether he knows a way to emigrate to Canada.

Not all and everyone wants to go of course. But the ones who could go (as it is not so easy to get visas, permissions or immigration cards), are being pressured by their families. As Fareed told me:   “I don’t want to leave Afghanistan. I have travelled, that was ok. But I like it here and we should build a better Afghanistan. But because I have worked for the Americans, I have good chances to get a visa and go. Every time I talk with my family it is the topic number one. And if I tell them that I don’t want to leave, they pressure me and tell me, that if I don’t want to leave for myself, then I should consider to leave for my family.”

1 Comment

Filed under English, Kabulistan, Out of Kabul, people, Surrounding

Fruehling in Kabul

Die gefaehrlichsten Tage sind wohl die, in denen wir uns in Sicherheit waehnen. Die Tage, an denen die Sonne auf unsere entspannten Gesichter scheint, waehrend wir mit dem Minibus durch die Stadt von A nach B fahren. Die Tage, an denen die Kinder und Frauen im Park zu gelassen scheinen. Die Tage an denen das Handy klingelt und jemand fragt: “Wo bist Du? Ist alles ok?!”

Es ist nichts neues, dass es Angriffe in Kabul und genereller gesagt, in Afghanistan gibt. Nichts neues, dass es Menschen gibt, die mit Raketen auf Regierungsgebaeude schiessen und sich in die Luft sprengen um andere Menschen zu toeten. Und doch gibt es soetwas wie einen intendierten Ueberraschungseffekt, wenn nach einem allzu ruhigen Winter, der als eisige Waffenruhe zu verstehen ist, die Kampfsaison wieder eroeffnet ist.

Doch wie fuehlt sich das an, gerade in solch einer Stadt zu wohnen?”

Wenn ich darueber nachdenke, was es fuer mich oder andere bedeutet, dann kommt mir immer wieder Kafkas Worte in den Kopf:

“Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von den Deinen. Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüßtest Du von mir mehr als von der Hölle, wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich. Schon darum sollten wir Menschen vor einander so ehrfürchtig, so nachdenklich, so liebend stehn wie vor dem Eingang zur Hölle.”

Denn fuer jeden Menschen wuerde solch ein Tag anders sein, je nachdem ob man mitten drin steckt oder nur etwas durch Nachrichten und Anrufe erfaehrt. Was zunaechst einmal auffaellt und immer wichtig ist im Kopf zu behalten: auch bei sieben Angriffen gleichzeitig in einer Stadt, sind es nur bestimmte Bereiche der Stadt, in der gekaempft wird. Andere Stadtteile sind vollkommen ruhig. Der Baecker backt Brot, die Kinder spielen auf der Strasse, das Leben geht weiter. Es kann sein, dass Strassen gesperrt sind und es daher zu Staus kommt. Es ist aber nicht so, dass die gesamte Stadt im Chaos versinkt.

Ein anderer bemerkenswerter wie logischer Faktor: sobald etwas passiert, intensiviert sich die Kommunikation und der Austausch. Anrufe und SMS gehen von einem zum anderen um abzuchecken, ob es allen gut geht. Nachrichten werden weiter gegeben und es wird ge-twittert. Bevor ich nach Kabul kam, hatte ich Twitter als eine moderne narzistische Stoerung abgetan. Eine selbstverliebte Darstellungskunst der neuen Medien um sich selbst und jeden noch so unwichtigen Gedanken in den Mittelpunkt der “Follower”zu stellen. Nachdem ich selbst einmal nichtsahnend irgendwo sass und Anrufe mit zerstueckelten Bruchstueckchen von Informationen reinregneneten, weiss ich schnelle Nachrichtenuebertragungen mehr als genug zu schaetzen. Information kann nicht nur das Leben erleichtern, sondern auch retten, indem man weiss, wohin gehen –und wohin besser nicht.

Und ist es nun Chaos und da wird jetzt gekämpft, geschossen und Raketen wissen nicht wen sie treffen? Nicht wirklich. Es gab ca. 20 Stunden in verschiedenen Teilen der Stadt Angriffe und Gefechte. Aber es waren keine anarchischen Strassengefechte, in denen auf Passanten geschossen wurde. Es waren geplante und zielgerichtete Angriffe auf Einrichtungen, bei denen die meisten Zivilisten oder Angestellten, die dort arbeiteten, in Bunkern abwarteten waehrend die Sicherheitstruppen draussen kaempften. Dabei stehen sich auch zwei Narrative gegenueber (gute zusammenfassende Darstellung gibt es bei Afghanistan Analyst Network). Im Westen: ‘Kabul versinkt im Chaos’und in Afghanistan: ‘die afghanischen Sicherheitstruppen haben so gute Arbeit geleistet wie noch nie zuvor’. (Schliesslich gab es kaum Tote und wenige Verletzte, gemessen an dem Ausmass der Angriffe.)

Diese Banner tauchten seit gestern ueberall im Netz auf. Einige haben es als facebook oder skype Hintergrund in ihren Profilen

Diese Banner tauchten seit gestern ueberall im Netz auf. Einige haben es als facebook oder skype Hintergrund in ihren Profilen

Und die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen, daneben und wie immer bei Uebertreibungen, darunter. Unter den Pressenarrativen, in den Geschichten der einzelnen. Von denen, die vorm Fernseher sassen und es verfolgten, waehrend sie Freunde und Angehoerige anriefen. In den Geschichten derjenigen Journalisten, die hinliefen, wo andere lieber weggelaufen waeren. In den Strassenzuegen in denen debattiert wurde, was nun gerade wo passiert und in den stillen Blicken ueber der Stadt, die keine eindeutige Antwort auf alles hat.

1 Comment

Filed under danger, Deutsch, Kabulistan, security, Surrounding

Afghan Tourist Photos (Kabul to Sorubi)

Testing the edge

Close to Sorubi

Streets in between Kabul and Jalalabad

Towards Sorubi

Then we discovered the old russian tank...

...and started taking tourist pictures for our future grandchildren...

Not sure why they said I shouldn't show these to my parents...

Sorubi

The dam reservoir in Sorubi

Down at the reservoir

These little pashtun boys always amaze me. They're more like miniature men.

Our sandal seller in Sorubi

Leave a comment

Filed under Deutsch, English, Memory, Out of Kabul, people, Surrounding

Frau UND Auslaenderin sein in Kabul

Das ist einer der frustrierenden Aspekte des Lebens in Kabul: eine Frau zu sein und eine Auslaenderin. Es ist ein wenig wie eine Doppel-Behinderung – Entschuldigung fuer diesen Vergleich an alle Menschen mit geistiger und/oder koerperlicher Behinderung!

Ein_e Auslaender_in zu sein bedeutet zunaechst einmal immer sichtbar zu sein. Zumindest wenn Du nicht in die vorherrschenden Hautfarbenpalette passt oder mit dunklem Haar und braunen Augen in der Masse verschwinden kannst (gleiches gilt natuerlich fuer Menschen anderen Aussehens auch in Europa und wahrscheinlich jedem anderen Ort der Welt. Nichts allzu neues also…). Es bedeutet beobachtet, bewertet, kritisch beaeugt zu werden und selbst wenn man positive willkommen geheissen wird: Du bist sichtbar. Es ist beinahe unmoeglich sich einfach durch einen Bazaar treiben zu lassen und den Gespraechen der Einheimischen zu lauschen, da der Smalltalk abstirbt sobald Du vorbei gehst oder Du selbst zum Thema wirst. Auf der einen Seite kann das etwas Gutes sein, da es einen in Kontakt mit anderen Menschen bringt. Die Kehrseite davon ist allerdings das Sicherheitsrisiko gekidnapped, ausgeraubt oder getoetet zu werden (waehrend es hier wichtig ist zu sagen, dass diejenigen, die wirklich Gefahr laufen, fuer Geld gekidnappt zu werden, die Afghanen selbst sind. Kidnapping von Einheimischen ist weit verbreitet).

Zweites Querschnittsthema: Frau sein. Waehrend ich zunaechst darauf hinweisen will und es mir bewusst ist, dass auslaendische Frauen nicht das Gewicht der Erwartungen, Gefahren, Restriktionen und dem Druck ausgesetzt sind wie einheimische Frauen (was eine GANZ andere Kategorie und Dimension fuer sich ist!), so geht es doch auch nicht ohne zu erwaehnen, das seine auslaendische Frau in Kabul zu sein seine ganz eigenen Herausforderungen mit sich bringt.

Waehrend auslaendische Maenner manchmal hinauswandern um auf einheimischen Bazaren etwas einzukaufen oder ein gelbes, einheimisches Taxi von A nach B nehmen –was natuerlich den Anweisungen von Sicherheitsfirmen, Arbeitsgebern und den Vorstellungen der meisten Expats nicht entspricht- so ist es noch etwas schwieriger als Frau allein. Und oft ist es wegen der Sicherheitslage und der Einschaetzung aller Beteiligten nicht drin ald Frau alleine spazieren/von einem Ort zum anderen oder etwas einkaufen zu gehen (nebst der Tatsache, dass es natuerlich hilft, der Sprache maechtig zu sein und es schon die ein oder andere Tuere oeffnet). Da Frauen im oeffentlichen Raum rarer gesaeht sind als Maenner und ihnen so die Blicke eher folgen, ist man gleich doppelt sichtbarer als Frau und Auslaenderin, die auch noch von einem zum anderen Ort geht. Exotisch und merkwuerdig. Waehrend andere Frauen  ein Laecheln mit mir teilen wie um zu sagen ‘hey, wir sind im gleichen Club!’ –vor allem einheimische, da mir auslaendische Frauen noch nicht draussen spazierend begegnet sind- so verlangsamen Maenner neben einem das Auto um mit einem zu reden. Die nervige Erfahrung entweder auf auslaendische Maenner oder Einheimische (auch meist maennlich, da Frauen draussen weniger unterwegs sind) angewiesen zu sein, ist ein taeglicher Begleiter, im wahrsten Sinne des Wortes.

Aber eine Behinderung kann auch eine Moeglichkeit und Chance sein.

Geschminkt von Pashtunischen Frauen auf einer Verlobungsfeier

Geschminkt von Pashtunischen Frauen auf einer Verlobungsfeier

Da die afghanische Gesellschaft zu grossen Teilen in einen maennlichen und einen weiblichen Part aufgeteilt ist, so ist auslaendischen Maennern nicht viel, wenn ueberhaupt Kontakt mit einheimischer weiblicher Bevoelkerung beschieden. Es mag sein, dass sie niemals eine traditionelle Kueche sehen, oder die Frauenseite auf einer Nikah (einer traditionellen islamischen Hochzeit) oder dass sie kaum mit afghanischen Frauen reden (mit Ausnahme von hoeher gebildeten oder westlich ausgerichteten Schichten der Bevoelkerung oder Hazara Frauen). Mein Partner Adnan, der seit 10 ahren als Journalist und Photograph in Afghanistan arbeitet, hat nie die Ehefrau seiner Kontaktperson gesehen. Er ist mit ihm gereist, sein Leben wurde mehrfach durch ihn gerettet, er hat in seinem Haus fuer laengere Zeit gelebt, aber nie seine Frau getroffen.

Ich im Gegensatz dazu, bin ein Hybrid in diesem Fall. Als Frau kann ich den weiblichen Teil der Gesellschaft betreten, mit den Frauen ueber die charmanten oder unfaehigen Ehemaenner herziehen, einige Tonnen Make Up verpasst bekommen und das Essen in der Kueche vorkosten, wo die Hauspolitik gemacht wird. Als Auslaenderin bin ich soetwas wie ein drittes Geschlecht. Die offentlichen Raeume sind maennerdominiert, aber als  Auslaenderin   kann ich mit Maennern in Geschaeften reden, in Meetings mit Maennern sitzen und mit meinen Kollegen ueber ihre Traeume und Plaene schwatzen. Ich bin nicht als ‘Mann’ akzeptiert, aber als auslaendische Frau, da ich in eine andere Kategorie falle als die hier uebliche maennlich/weiblich Unterscheidung. Ich bin irgendwo dazwischen und so bekomme ich beide Seiten mit: Behinderungen und Herausforderungen mit all seinen mehrdeutig undeutigen Zwischentoenen.

Leave a comment

Filed under danger, Deutsch, gender, Kabulistan, men, people, Surrounding, women

Being a woman AND a foreigner in Kabul, Afghanistan

This is one of the frustrating parts of being in Kabul. Being a woman and a foreigner. It feels like being doubly disabled  -no offence meant to physically or mentally challenged people!

Being a foreigner first off means being visible all the time. At least if you are not fitting in the skin colour scheme or if you can’t dive in with dark hair and brown eyes. It means being watched, assessed, critically viewed and even if positively welcomed: you are visible. You cannot just simply roam around in a bazaar and listen to the chit chatter of locals as the small talk might die down if you come along or might take you as  a subject to talk about. This can be a good thing to get in touch with people, but it is on the flipside a security risk that might get you kidnapped or killed (while admitting that Afghans are the ones running in danger to be kidnapped on the street for money as this happens frequently and is a constant threat for them).

Second cross cutting issue: being a woman. While stating from the beginning and being aware of the fact that foreign women don’t bear the weight of expectations, threats and pressure that local women bear or have to endure (which is a WHOLE different category!), it does not go without saying that being a foreigner woman in Afghanistan doesn’t have its challenging sides to it. While foreign men sometimes venture out to buy things at the bazaar or take local taxis –which is not advised by most of the security firms, restrictions and most foreigner’s idea about what to do best here- it is even more difficult as a woman and most of the time it is not easy or even possible to take a walk somewhere or go to buy things (besides the fact that speaking one of the local languages opens many doors and enables you to do so from time to time…). As women are rarer than men in the public realm and more followed with looks, being visibly a foreigner and a woman and walking outside is a triple marker for being exotic and strange. While other women –mainly local as I have not seen another foreigner woman on my walks- share smiles of being in the same club with you, men might slow down in their cars next to you to talk. The annoying fact of being dependent either on other foreign men to accompany you or other locals, who are mostly men as well, because women don’t go out much, is a daily experience.

But being challenged can also mean being given a chance.

being made up with make up by Pashtun women on an engagement ceremony

being made up with make up by Pashtun women on an engagement ceremony

As the Afghan society is to huge parts segregated into a male and a female realm, foreign men are not allowed much contact with the local female population, if any at all. They might never see a traditional kitchen, see the women’s side on a nikah (traditional Islamic wedding) or talk to Afghan women (with exception of higher or educated westernized classes or Hazara women). My partner Adnan who has worked for ten years as a journalist and photographer in Afghanistan has never seen his fixer’s/contact person’s wife. He has travelled with him, his life was saved several times by him, he has lived in his house for extended periods of time but he has never met his wife.

I, on the contrary, am a hybrid in these cases. As a woman I can enter the female part of society, gossip with women about their charming or incapable men, get tons of make up on and taste the food in the kitchens where the house politics are being made. As a foreigner though, I am kind of a third gender. The public spaces are male dominated but as a foreigner I can talk to men in their shops, sit in meetings with afghan men and talk with colleagues about their dreams and plans. I am not accepted as a man but as a foreign woman, I fall under another category which does not fit into the common male/female divide.  I’m somewhere in-between and thus am exposed to parts of both sides: being hampered, challenged and ambiguous.

2 Comments

Filed under connections, English, gender, Kabulistan, men, people, Surrounding, women

Lockdown

“Everyone is on lockdown”

I look around me. The café that usually sprawls over with expats around this time of the day looks back at me, bored and kind of deserted. As if left alone by lovers that didn’t  come to please the affluent mind with chit chatter and the usual NGO affairs that sink into the red sofas and web the carpet of the expat life.

Empty Flowerstreet Cafe

Empty Flowerstreet Cafe

Adam looks up from his laptop, shrugs his shoulders: “it can’t be that bad.”

“Why?” I had just gotten a text message telling me about the recent lockdown for the embassy and UN people, meaning that they were not allowed to move outside of their compound and no one who doesn’t work there is allowed in. The only people sitting in the café, is us. Us, who don’t have any security restrictions, no compound to crouch away into, no time limits when to be back home and no rules to break.

“If there was an attack expected then they might cut the phone lines so that the Taliban can’t communicate with each other…”

Mmh…all our mobile phones still work. We both nod and get back to work. A usual day in Kabul. In all its weirdness.

Leave a comment

Filed under danger, English, Kabulistan, security, Surrounding

Lockdown (German version)

‘Alle sind in lockdown’

Ich schaue mich um. Das Café, das normalerweise um diese Uhrzeit von Auslaendern (Expats genannt) ueberfliesst, blickt zurueck, gelangweilt und allein. Als wenn es von seinen Liebabern verlassen worden waere, die normalerweise mit ihrem Smalltalk ueber ihr Expat-Leben und den ueblichen NGO Affaeren die Gemueter der roten Sofas und Teppiche fuellen.

Adam schaut von seinem Laptop auf und zuckt mit den Schultern: “ So schlimm kann es nicht sein.”

“Warum?” Ich schaue auf meine SMS, die mir gerade von dem letzten ‘Lockdown’ fuer UN und Botschaftsangehoerige berichtet. ‘Lockdown’ bedeutet, dass ihnen weder erlaubt ist, sich ausserhalb ihres Gebaeudekomplex zu bewegen und niemand, der nicht gerade fuer ihre Organisation arbeitet, in ihren Compound rein darf. Die einzigen, die im Café sitzen, sind wir. Wir, die wir keine Sicherheitsbestimmungen haben, kein Gebaeudekomplex aus dem wir uns heimlich heraus stehlen muessten, keine Zeitlimits, wann wir wieder ‘zu Hause’ sein muessen und keine Regeln, die wir brechen koennten.

“Wenn es wirklich einen Anschlag zu erwarten gaebe, dann wuerden sie die Telefonleitungen kappen, damit die Taliban nicht mehr unter einander kommunizieren koennen..”

Mmmh…unsere Handys funktionieren noch. Wir nicken uns zu und gehen beide wieder an die Arbeit. Ein normaler Tag in Kabul. In all seiner Merkwuerdigkeit.

Leave a comment

Filed under danger, Deutsch, Kabulistan, security, Surrounding