Lockdown (German version)

‘Alle sind in lockdown’

Ich schaue mich um. Das Café, das normalerweise um diese Uhrzeit von Auslaendern (Expats genannt) ueberfliesst, blickt zurueck, gelangweilt und allein. Als wenn es von seinen Liebabern verlassen worden waere, die normalerweise mit ihrem Smalltalk ueber ihr Expat-Leben und den ueblichen NGO Affaeren die Gemueter der roten Sofas und Teppiche fuellen.

Adam schaut von seinem Laptop auf und zuckt mit den Schultern: “ So schlimm kann es nicht sein.”

“Warum?” Ich schaue auf meine SMS, die mir gerade von dem letzten ‘Lockdown’ fuer UN und Botschaftsangehoerige berichtet. ‘Lockdown’ bedeutet, dass ihnen weder erlaubt ist, sich ausserhalb ihres Gebaeudekomplex zu bewegen und niemand, der nicht gerade fuer ihre Organisation arbeitet, in ihren Compound rein darf. Die einzigen, die im Café sitzen, sind wir. Wir, die wir keine Sicherheitsbestimmungen haben, kein Gebaeudekomplex aus dem wir uns heimlich heraus stehlen muessten, keine Zeitlimits, wann wir wieder ‘zu Hause’ sein muessen und keine Regeln, die wir brechen koennten.

“Wenn es wirklich einen Anschlag zu erwarten gaebe, dann wuerden sie die Telefonleitungen kappen, damit die Taliban nicht mehr unter einander kommunizieren koennen..”

Mmmh…unsere Handys funktionieren noch. Wir nicken uns zu und gehen beide wieder an die Arbeit. Ein normaler Tag in Kabul. In all seiner Merkwuerdigkeit.

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Filed under danger, Deutsch, Kabulistan, security, Surrounding

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