Voegel malen Bewegung in den Himmel

“Ich moechte Singen wie die Voegel, ohne mich zu Sorgen, wer es hoeren koennte und was jemand darueber daechte.”

(Rumi)

In den ersten Tagen als wir in die neue Wohnung gezogen waren, ertappte ich mich dabei, wie ich immer wieder an den grossen Fenstern stand und raus auf die Berge starrte. Ich wartete auf die Voegel.

Sie kamen regelmaessig und segelten in einem grossen Schwarm durch das Stueck Himmel, das von unseren Wohnzimmerfenstern aus sichtbar war. Sie schienen nicht nur zu fliegen, sondern die Winde anzugehen wie erfahrene Seegler, die sich in die stuermischen Gewaesser schmeissen, im Genuss des Unbekannten. Tief hinabtauchend gen Strasse und aufsteigend der Sonne entgegen.

So zog es mich hoeher, aufs Flachdach, auf dem die Waesche trocknet wenn ein wenig Sonne rauskommt und auf dem sich die Grueppchen von Schornsteinen zueinander neigen im verqualmten Miteinander. Und gen Abend flogen sie wieder, die Voegel, die nur um unseren Block zu kreisen schienen. Ich beobachtete ihre Bahnen, ihre waghalsigen Formationsfluege und ploetzlich liessen sich sich nieder. Auf dem Haus nebenan. Verwundert ging ich bis zum Rand und ein junger afghanischer Mann winkte mir zu. Er hielt die Voegel! Er war derjenige, der ihnen jeden Tag Ausflug gewaehrte, der sie fuetterte und auf sie wartete, wenn sie von ihrer Luftakrobatik genug hatten.

Er laechelte mir zu und ich schickte ein Laecheln zu den Voegeln. Es bedurfte keiner Worte.


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